Bitterzarte Rarität: Catalogna

Catalogna wird in der Schweiz allmählich bekannter und ist mittlerweile auch einfacher erhältlich. (Wikipedia/Bobek/CC BY 3.0) |

Catalogna ist ein enger Verwandter von Chicorée und bei uns noch weitgehend unbekannt. Die Römer hingegen haben ihre überforderten Mägen bereits regelmässig mit dem Bittergemüse beruhigt. Im Mai beginnt die Saison von Catalogna in der Schweiz.

In Italien ist Catalogna ein fester Bestandteil der lokalen Küche, bei uns ist das löwenzahnähnliche Gewächs noch weitgehend unbekannt. Lange Zeit wuchs das Gemüse auch nur in Italien – bis italienische Gastarbeiter es eines Tages in die Schweiz eingeführt haben. Jetzt wächst die Catalogna-Sorte «Gelbe von Trieste» bei uns vor allem im Kanton Tessin. Er wächst von Mai bis Oktober, in gewissen warmen Gegenden wird er sogar den ganzen Winter geerntet und gegessen. Durch die Kälte im Winter erhält er ein angenehmes, leicht süssliches Aroma.

Auf Deutsch wird Catalogna Blattzichorie genannt. Wie auch andere Zichoriengewächse – das berühmteste Beispiel ist der Chicorée – bringt auch Catalogna eine zarte Bitternote mit. Und wie alle Bittergewächse stimuliert Catalogna dank seiner harntreibenden und leicht abführenden Wirkung die Verdauungsorgane. Die Leber wird gereinigt, der Kreislauf in Schwung gebracht und der Appetit angeregt. Aufgrund dieser entschlackenden Wirkung war Catalogna bereits im alten Rom sehr beliebt und soll laut Überlieferung bei ausgiebigen Essgelagen aufgrund dieser Eigenschaft gerne vorsorglich mitserviert worden sein.

Gesunde Bitterstoffe
Catalogna kann roh als Salat gegessen oder kurz in Olivenöl und Knoblauch gedünstet als eine Art Blattspinat auch warm serviert werden. In Italien werden die Blattspitzen des Catalogna mit einem Sardellen-Knoblauch-Dressing verfeinert und zu Zitrusfrüchten serviert. Dieser sogenannte «Insalata die puntarelle», auf Deutsch «Spitzchen-Salat», ist ein absoluter Klassiker der italienischen Küche. Ob warm oder kalt angerichtet, bringt Catalogna nebst gesunden Bitterstoffen viele Vitamine und Mineralstoffe auf den Speiseplan.
Bekommt man Catalogna in Italien an jeder Ecke zu kaufen, muss man in der Schweiz etwas länger danach suchen. Lange fand man die grünen Bündel zu jeweils 100 Gramm am ehesten in türkischen Spezialitätenläden, wo er häufig fälschlicherweise mit der Bezeichnung «Löwenzahn» in der Auslage liegt. Doch seit etwa zwei Jahren ist das Bittergewächs auch bei den meisten Grossverteilern erhältlich.

Wer nicht so gerne Bitterstoffe mag, kann die Blätter von Catalogna einfach eine Weile in kaltes Wasser einlegen. Wenn dem Wasser noch ein Spritzer Milch zugegeben wird, verlieren sie rasch einen Teil ihrer Bitterkeit.

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