Biologische Schädlingsbekämpfung – Blattläuse

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Marienkäfer frisst Blattlaus
Auch die Larven der Marienkäfer haben grossen Hunger auf Blattläuse

Biologische Massnahmen zur Schädlingsbekämpfung durch den gezielten Einsatz von natürlichen Antagonisten wie nützlichen Arthropoden kann gerade im Hausgarten eine wirksame Methode zur Abwehr von pflanzlichen Schädlingen sein.

Zu beachten sind allerdings zwei Dinge. Akuter, starker Befall mit Schädlingen ist schwerlich zu bekämpfen da sich die Nützlingspopulation erst aufbauen muss. So sollte bei den ersten Befallsanzeichen mit der Bekämpfung begonnen werden. Zudem ist zu beachten das Schädlingsbefall an grossen Bäumen eine sehr hohe Anzahl an Nützlingen benötigen würde und somit eine erfolgreiche Bekämpfung nicht gewährleistet ist. In Bereichen jedoch wie auf dem Balkon, der Terrasse oder in abgegrenzten Bereichen im Garten wie das Rosen-oder Gemüsebeet ist der Einsatz natürlicher Gegenspieler jedoch die weit bessere Variante im Vergleich zur chemischen Bekämpfung. Auch im Wintergarten ist der Einsatz sinnvoll.

Wir stellen Ihnen in einer Reihe von Artikeln die natürlichen Gegenspieler von verschiedenen pflanzlichen Schädlingen vor mit Hinweisen zu Einsatz und Anwendung. Beginnen wir mit dem wohl für Pflanzen schädlichsten Insekt im Stamm der Gliederfüsser: die Blattlaus.

Der Schädling

blattläuse

Allein in Mitteleuropa werden ca. 850 verschiedene Blattlausarten unterschieden und deren Hauptlebenszweck es ist sich am Pflanzensaft zu berauschen. Aber diese Insekten schädigen nicht nur direkt durch Saugen, sondern auch deren Ausscheidungen, der Honigtau, dient als Nährboden für diverse Pilze. Bekannte Arten sind zum Beispiel die Schwarze Bohnenlaus, die Rosenblattlaus oder auch die Johannisbeerblattlaus. Neben schonenden Methoden wie die Kontaktgifte Kaliseife oder Schmierseifenlösungen gibt es eine Reihe von sehr wirksamen natürlichen Antagonisten.

Die Nützlinge

1.Die Schlupfwespe – Aphidius colemani

Schlupfwespe
Schlupfwespe

Die Schlupfwespe injiziert mit ihrem Legebohrer jeweils ein Ei in den Blattlauskörper. Relativ makaber ist der weitere Werdegang: die aus dem Ei geschlüpften Larve beginnt nun ihr Wirtsinsekt von innen heraus aufzufressen. Am Ende des Prozesses steht nach ca. 10 Tagen die sogenannte Blattlausmumie, ein aufgeblähte, runde, braun gefärbte Blattlausleiche. Darin verpuppt sich die Wespe und frisst sich nach einigen Tagen aus der Hülle. Und beginnt sofort wieder Blattläuse zu parasitieren. In ihrem kurzen Leben ( 7-10 Tage) schafft es die Schlupfwespe immerhin min. 200 Blattläuse abzutöten. Sehr gute Ergebnisse werden bei der Grünen Gurkenblattlaus und bei der Grünen Pfirsichblattlaus erzielt. Zur Erhöhung der Wirkungsspektrums kann diese Art zusammen mit Aphidius ervi ausgebracht werden, eine weitere Schlupfwespe die sehr gut für die Bekämpfung der Kartoffelblattlaus eingesetzt werden kann.

2.Die Florfliege – Chrysoperia carnea

florfliege_larve
Florlfiegenlarve

Die Florfliege selbst ( auch Goldauge genannt ) ernährt sich von Nektar und Pollen. Es sind ausschliesslich deren Larven die mit ihren beiden wie Dolche geformten Mundwerkzeugen zangengleich die Blattläuse greift und aufsaugt. Man spricht von etwa 10 Blattläusen die ihnen pro Tag als Nahrung dienen. Ein grosser Vorteil dieser Nützlinge ist deren grossen Einsatzspektrum. Sie sind bereits bei Temperaturen ab 10 Grad aktiv und auch trockene Luft schränkt sie in der Aktivität nicht ein. Zudem haben besitzen die Larven der Florfliege nicht wählerisch was den Speisepaln betrifft: neben Blattläusen vertilgen diese Predatoren auch noch Thripse, Spinnmilben, Raupen und Woll- und Schmierläuse. Interessant zu bemerken ist, dass sich die Larven nicht mit Ameisen vertragen. Darum sollten Ameisen vor dem Einsatz beseitigt werden.

3.Der Zweipunktmarienkäfer mit Larve – Adalia bipunctata

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve

Wenn ein Insekt für biologische Schädlingsbekämpfung steht ist es wohl der Marienkäfer. Sowohl der erwachsene Käfer als auch die Larven sind wahre Blattlauskiller. Man sagt das eine Larve in ihrem Stadium um die 800 Blattläuse vertilgt, ein erwachsener Käfer hat gar bis zu 5000 Stück während seines Lebenszyklus vertilgt. Durch ihre Gefrässigkeit ist die Marienkäferlarve auch bei starkem Blattlausbefall gut einzusetzen. Die Lieferung erfolgt als Gelege die in den Pflanzen ausgelegt werden. Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven und beginnen mit ihrer Frasstätigkeit. Die Larve als auch der adulte Käfer haben keine Präferenzen hinsichtlich Blattlausart und sind gegen alle Arten einsetzbar. Auch hier ist zu beachten, dass vor Einsatz auftretende Ameisenstämme entfernt werden sollen. Bei niederen Temperaturen (unter 15 Grad) stellen die Insekten ihre Frasstsätigkeit ein. Marienkäferlarven sind auch im Winter einsetzbar und somit in Innenräumen ( Fensterbank, Wintergarten) eine hervorragende Alternative zu chemischen Insektiziden.

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