Der Citrusbockkäfer

Citrusbockkäfer
Der Citrusbockkäfer als Bedrohung für die einheimische Baumflora

Eigentlich ist er ja eine ganz aparte Erscheinung im Reiche der Insekten. Aber wie so oft sollte man sich nicht vom Äusseren blenden lassen. Dieses Insekt ist brandgefährlich für die heimische Flora.


Der Citrusbockkäfer ( Anoplophor chinensis ) gilt als Quarantäneschädling. Das bedeutet, dass er unter besonderer Beobachtung steht um das Einschleppen und die Verbreitung in der Umwelt zu verhindern. Wird der Käfer gesichtet, sind sofortige Gegenmassnahmen zur Ausrottung verpflichtend. Aus Ländern, in denen der Schädling heimisch ist, dürfen Pflanzen die als Wirt gelten ( vor allem Ahornarten ) nur importiert werden wenn sie in speziellen Gewächshäusern gezogen wurden. Diese sollen ein Eindringen des Käfers verhindern. Eine eingehende Kontrolle vor dem Export ist zudem Pflicht.
Aber natürlich ist bei Mengen von mehreren zehntausend Stück wie sie in der Baumarkt- und Gartencenterbranche üblich sind nie ganz ein Befall auszuschliessen.

Dier Citrusbockkäfer gilt in seiner Heimat Asien als gefürchteter Schädling. Der Käfer befällt nicht nur Zitrusgewächse wie der Name vermuten lässt. Sträucher und Bäume im Forst sowie im urbanen Umfeld sind genauso wenig sicher vor ihm wie Bonsais und Obstgehölze. Auch werden alle Alterstadien von Pflanzen befallen, ob jung oder alt. Und innerhalb weniger Jahre gelingt es dem Käfer durch seine Bohr- und Frasstätigkeit selbst gesunde Bäume zum Absterben zu bringen.

Immer wieder wird der Käfer in importierten Pflanzen EU-weit nachgewiesen. Ausnahmslos waren es Importe aus China und fast nur Ahornarten, wie Acer palmatum und Acer japonicum.
Laut der Eidg. Pflanzenschutzbehörde wurden bisher in der Schweiz 115 lebende Citrusbockkäfer, 8 tote und zwei Larven entdeckt. Bereits über 130 Bäume fielen dem Insekt schon zum Opfer und mussten gefällt werden.
Auch in Ländern wie die Niederlande , England und Italien wurde das Insekt gesichtet und , bis auf Italien, erfolgreich bekämpft und gilt dort als wieder ausgerotttet.

In Italien sind die Regionen nordwestlich von Mailand und bei Varese bereits soweit befallen, dass der Citrusbockkäfer vermutlich als nicht mehr auszurotten gilt. Die Massnahmen zielen nur noch darauf hinaus, die Ausbreitung so lange wie nur möglich einzudämmen.
Es sind bereits mehrere tausend Bäume betroffen. Unter Ihnen Ahorn, Buche, Platane, Birke, Pappel, Apfel, Kirsche, Haselnuss und andere. Man sieht, dass das Wort „Zitrus“ in der Namensgebung keineswegs bindend für den Käfer ist.

Audiobeitrag des SRF zum Thema

Der Anoplophor chinensis – Vermehrung und Verhalten

Das Insekt misst 2-4 cm, glänzend schwarz. Die Flügel sind mit unregelmässig geformten weissen Flecken bedeckt. Die langen Fühler sind bläulich gestreift. Dieses Erscheinungsbild macht den Käfer unverwechselbar mit heimischen Insekten.

Unter unseren klimatischen Bedingungen schlüpft der Käfer ab Juni bis in den August. Da die Reife zum Käfer im Holzinnern erfolgte, bahnt sich nun das Insekt den Weg nach aussen, dabei aus dem unteren Stammteil, an der Oberfläche streichenden Wurzeln oder wenig tief liegenden Wurzeln. Bis die Geschlechtsreife erreicht ist schädigt der Citrusbockkäfer noch seine Wirtspflanze durch Frassaktivitäten. Dem Käfer ist nur ein kurzes Leben beschert. Um die Nachkommenschaft zu sichern legen die Weibchen in diesen bis zu acht Wochen um die 200 Eier. Um das Gelege in der Wirtspflanze zu platzieren werden in den Stamm die Wurzel Löcher gefressen. Diese Brutstellen sind schlitz- und oder trichterförmig.

Die nach ca. 3 Wochen dem Ei entschlüpfenden juvenilen Larven richten den grössten Schaden an. Sie minieren im in der Lebensader des Baumes, dem Kambium. In dieser Zone zwischen Holzkörper und Rinde des Baumes verlaufen die Leitungsbahnen der Gefässpflanzen. Im adultem Zustand bewegt sich die Larve in den Holzkörper hinein. Das Larvenstadium spielt sich grösstenteils in den Wurzeln des befallenen Baumes ab. Ein untrügliches Indiz für die Anwesenheit des Anoplophor chinensis sind die von Larven erzeugten Späne als Resultat ihrer Nagetätigkeit. Die Metamorphose von der Larve zum fertigen Insekt findet über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren statt. Das letzte Stadium mit ungefähr einem Monat ist die Puppe, bis dann der fertige Käfer entschlüpft und der Zyklus von Neuem beginnt.

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