Der Dickmaulrüssler – biologisch bekämpft

Dickmaulrüssler
Ein Käfer der nicht wählerisch ist in der Auswahl der Pflanzen.

Wenn es Nacht wird in Ihrem Garten ziehen sie los. Gefräßig, scharfe Mundwerkzeuge und hinterlistig. Sie scheuen Licht und verschwinden blitzschnell, werden sie gestört.

Aber keine Angst, sie müssen jetzt nicht mit Knoblauchzehen und Holzpflöcken bewaffnet im Dunkeln Ihren Garten durchstreifen und Jagd auf Vampire machen. Die haben zumindest den Vorteil leichter zu bekämpfen zu sein.

Der Dickmaulrüssler – kleiner Käfer, großer Schaden

schadbild_dickmaulrüsser.Otiorrhynchus sulcatus wird dieser knapp ein Zentimeter grosse Käfer von den Zoologen genannt und sein Speiseplan ist reichhaltig: Neben den bekannten Fraßspuren (siehe Bild) an Rhododendren und Lorbeerkirschen verschont er auch Bergenien, Primeln, Astilben und selbst Erdbeeren nicht.
Entdecken Sie an Ihren Pflanzen diesen typischen halbrunden Buchtenfraß, wissen Sie mit wem Sie es zu tun haben. Etwa Ende Mai / Anfang Juni treten die ersten Käfer auf und schlüpfen bis Ende August. Da die Käfer zur Jungfernzeugung (Parthenogenese) befähigt sind, treten überwiegend weibliche Exemplare auf. Diese legen ihre unbefruchteten Eier nach einem kurzem Reifungsfraß in großer Anzahl im Boden ab.

Der Käfer – nur ein Teil der Geschichte

Während die Pflanzen durch die Fraßaktivitäten an den Blättern nicht nachhaltig geschädigt werden, sind die Schäden durch die geschlüpften Larven weitaus bedrohlicher. Die weißlichen Larven mit orangrotem Kopf durchlaufen sechs Entwicklungsstadien, und mit zunehmender Grösse schreitet der Fraß von den Feinwurzeln bis sogar zum Wurzelhals fort. Folge davon: Die Pflanzen verkümmern, stocken im Wachstum und sterben schließlich ab.

Am besten biologisch bekämpfen

Es ist relativ mühselig, nachts mit der Taschenlampe die Käfer abzusammeln, noch dazu, weil sie sich bei der geringsten Störung zu Boden fallen lassen. Als erste Maßnahme kann das Auslegen von Moosbündeln, Holzwolle oder Brettern sein, um den Käfern einen Tagesunterschlupf anzubieten und sie dann abzusammeln. Wirkungsvoller ist es jedoch den Schädling bereits im Larvenstadium zu bekämpfen. Die Natur hat dafür einen Gegenspieler parat. Sogenannte Nematoden (Fadenwürmer), welche aktiv die Larven aufsuchen, sie mit einem Bakterium infizieren und somit deren Absterben auslösen. Befallene Larven färben sich nach wenigen Tagen rot, und somit ist durch Umgraben eine Erfolgskontrolle möglich. Die Nematoden werden ganz einfach durch Gießen ausgebracht.

Die Bodentemperatur sollte über 10 Grad betragen. Mitte April bis Anfang Juni und Ende August bis Mitte Oktober sind die Ausbringungszeiträume für die Nematoden. Kontrollieren Sie durch Umgraben den Befallsdruck . Die Nematoden werden durch direktes Sonnenlicht schnell abgetötet. Bringen Sie diese nur bei bedecktem Wetter oder Abends aus und halten sie den Boden für ca. zwei Wochen feucht um eine gute Beweglichkeit der Fadenwürmer zu gewährleisten.Behandeln Sie auch Pflanzgefässe vor dem Überwintern. Denn sonst entwickelt sich der Käfer auch im Winter und somit haben Sie bereits im Frühjahr das erwachsene Tier im Garten.

Wenn möglich, sollte die Behandlung auch „grenzüberschreitend“ stattfinden, sonst wandert der Schädling aus Nachbar’s Garten wieder ein. Sprechen Sie sich ab! Kontrollieren Sie den Wurzelballen gekaufter Gartenpflanzen auf Larven. Es ist ohne weiteres möglich, sich auf diese Art den Dickmaulrüssler in den Garten zu holen.
Behandeln Sie ganze Flächen (z.B. eine ganze Hecke) und nicht nur einzelne, befallene Pflanzen. Die Invasion ist nicht zu stoppen? Sollten Sie mit Hilfe Ihrer natürlichen Helfer den Heerscharen des Dickmaulrüsslers nicht Einhalt gebieten können, ist auch eine chemische Bekämpfung möglich.

Hierbei ist es wichtig, ein systemisch wirkendes Insektizid anzuwenden. Hierbei wird der Wirkstoff durch die Pflanze aufgenommen und mit dem Saftstrom in allen Pflanzenteilen verteilt. Dadurch nimmt der Schädling beim Fressen das Gift auf und verendet. Bitte erfragen Sie bei Ihrem Gartencenter oder der örtlichen Pflanzenschutzstelle welche Mittel derzeit für diesen Zweck zugelassen sind. Tipp: Experimentierfreudigen Gartenbesitzern sei vielleicht noch der Versuch mit Wermutjauche (300g frisches Kraut in 10 Liter Wasser 14 Tage ziehen lassen) oder auch das Besprühen und Gießen mit einem Niemöl-Emulgator Gemisch empfohlen.

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