Caduto a pezzi

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Laubbesen Emil Lux

Diese Tage sind wohl für jeden einzelnen schwer genug. Um so mehr ist man dankbar, gibt es einen Grund zum Lachen. Dieser Dank, mein ganz persönlicher, geht heute an die Firma Emil Lux aus Deutschland. Aber lesen Sie selbst was mir das Lachen ins Gesicht zauberte.

Was liegt zur Zeit näher als sich im eigenen Garten den Frust über die derzeitige Situation im wahrsten Sinne des Wortes abzuarbeiten. Voraussgesetzt man ist frustriert, vorausgesetzt man hat einen eigenen Garten.

Es sind aber wohl nur wenige, denen der Corona-Virus nicht in irgendeiner Art und Weise in die Suppe gespuckt hat. Insofern sollte Frust kein Problem sein. Der eigene Garten jedoch schon eher. Aber wofür hat man Freunde, mit Garten.

Und so machten wir uns heute daran, den Rasen fit für’s Frühjahr zu machen. Vertikutieren, düngen, Bewässerung in Betrieb nehmen, der übliche Ablauf. Immer unter Wahrung des Sicherheitsabstandes von zwei Metern.

Und wenn es ein Handwerkzeug gibt, dass bei dieser Aufgabe gute Dienste leistet, ist es ein Laubrechen. Stahlbesen. Federbesen. Wie immer man es auch nennen will. Ein Laubrechen ist nun beileibe kein Werkzeug das, zumindest bei mir, Emotionen auslöst. Und so war das einzige was mir daran auffiel, dass der Laubrechen neu war. Nagelneu. Seine Zinken hatten das Rascheln trockenen Laubes noch nie vernommen.

„Den habe ich im Obi gekauft, war eine Aktion. Acht oder neun Franken, irgendwie so etwas“, sagte mein Gartenfreund. Aus zwei Metern Entfernung. „Ah, okay. Bene.“, antwortete ich. Um zumindest ein klein bisschen Interesse vorzutäuschen. Denn weder bin ich mir über das Preisniveau eines Laubrechens im Klaren, noch hatte es mich auch wirklich interessiert. Aber das sollte sich ändern.

Zwei Stunden etwas dürften es gewesen sein, die wir nun schon am Rasen verschönern waren. Es gab genügend Moos und Rasenfilz aus abgestorbenen Halmen aufzunehmen. Der Vertikutierrechen hatte ganze Arbeit geleistet. Mit leichter Hand liess ich den Laubrechen über den Rasen tanzen und fühlend das sanfte Streicheln der Aprilsonne verlor ich mich ganz in meiner Aufgabe.

Ich spürte ein leichtes Zucken in der rechten Schulter, der rechte Arm fiel leer durch. Irgendetwas störte meinen Arbeitsrhytmus. Aber das war nicht schwer auszumachen. Der „Acht oder Neun Franken-Laubbesen“ hatte es vorgezogen in seine Einzelteile zu verfallen. Caduto a pezzi. Nach zwei Stunden wohlgemerkt. Scherzend könnte man einwerfen, die Heimgärtner in Vietman, das Herstellerland, wären es nicht gewohnt länger als zwei Stunden zu arbeiten und es setze sowas wie Selbstzerstörung ein um das Gesundheitswesen dort nicht zu überlasten. Aber diesen Gedanke verwerfe ich sofort wieder.

Laubbesen Emil Lux

„Siehst Du“, habe ich nur noch zu meinem Freund gesagt, „hättest Du doch für diesen Preis gleich drei davon gekauft, hätten wir zumindest den ganzen Tag arbeiten können.“

Und nahm Abstand, drei Meter, aus Sicherheitsgründen. Um ihn mit meinem Lachen nicht anzustecken. Man weiss ja nie in diesen Tagen.

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