5.6 C
Zürich
Montag, Februar 16, 2026

Waldschutz Aktuell: Ist die Esche noch zu retten?

Ein Pilz und ein Käfer gefährden die Zukunft der Esche in Europa. Die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL untersucht nun das Zusammenwirken zwischen diesen Organismen, verschiedenen Genotypen der Esche und dem Klima. Damit hofft man, Eschen zu finden und zu fördern, die gegenüber diesen Schadorganismen tolerant sind.

Die Esche leidet in Europa momentan durch den asiatischen Pilz Hymenoscyphus fraxineus. Die Bäume können sich gegen diesen Pilz nicht ausreichend zur Wehr setzen, viele sterben daran. Bis jetzt gibt es keinen wirksamen Schutz dagegen. Forschende haben jedoch beobachtet, dass manche Eschen nur sehr wenige bis gar keine Krankheitssymptome aufweisen, obwohl sie nahe an stark befallenen Eschen stehen.

Der Pilz ist jedoch nicht die einzige Gefahr für die Esche. Eine weitere Bedrohung ist der Eschenprachtkäfer Agrilus planipennis. Seine Schäden werden seit Beginn der 2000er Jahre in Russland beobachtet. Seine Ankunft in Zentraleuropa wird in 10 bis 20 Jahren erwartet.

Sind nun die in der Schweiz entdeckten, gegenüber dem Eschentriebsterben anscheinend toleranten Eschen auch tolerant gegenüber dem Käfer? Um diese Frage zu beantworten, haben die Gruppen Waldschutz Schweiz und Waldentomologie an der WSL mit der finanziellen Unterstützung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und des Schweizer Nationalfonds zwei neue Projekte gestartet.

Die Forschenden werden Labor- und Gewächshausexperimente mit verschiedenen gepfropften Eschengenotypen aus der Schweiz und Dänemark durchführen. Alle Experimente, die mit dem Eschenprachtkäfer in Zusammenhang stehen, werden im Hochsicherheitsgewächshaus des Nationalen Pflanzenschutzlabors an der WSL stattfinden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Mehr aus dieser Kategorie

Zeitliche Veränderungen im Laubfall haben Folgen für Flohkrebse

Aquatische Ökosysteme sind fragil. Aber wie fragil sie sind, zeigt eine neue Studie des Wasserforschungsinstituts Eawag und der Universität Zürich. Die Forschenden haben untersucht, wie sich die zeitliche Verschiebung des Laubfalls im Herbst durch den Klimawandel auf Flohkrebse auswirkt. Sie ernähren sich von den Blättern und beeinflussen als Basis der Nahrungspyramide wiederum das ganze Ökosystem.

Haskap-Beeren vom Oberzinggenhof

Fast wie kleine blaue Fläschchen sehen sie aus, die Haskap-Beeren. Sie sind auch bekannt unter den Namen Maibeere, Blaue Heckenkirsche oder Kamtschatka-Heckenkirsche. Der lateinische Name ist Lonicera. Seinen Ursprung hat der Strauch in Sibirien, auf Kamtschatka in Nordostasien und auf den Kurilen in Russland.Die Pflanzen gedeihen auch in unseren Breitengraden sehr gut. Wie auf dem Biohof Oberzinggen in Hellbühl im Kanton Luzern zu beobachten ist.

Ausbreitung des Japankäfers: Neuer Notfallplan tritt in Kraft

Der Japankäfer breitet sich in der Schweiz immer weiter aus. Die Käfer können vor allem in der Landwirtschaft grosse Schäden anrichten und ganze Ernten zerstören. Ein neuer Notfallplan des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) legt fest, wie betroffene Behörden reagieren müssen.

Ausbreitung des Japankäfers: Diesen Sommer ist Vorsicht geboten

Der Japankäfer wurde in der Schweiz erstmals 2017 im Kanton Tessin gesichtet und hat sich inzwischen weiterverbreitet. Dieser Käfer kann insbesondere in der Landwirtschaft erhebliche Schäden anrichten, indem er ganze Ernten zerstört. Daher ruft das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) die Bevölkerung diesen Sommer zur Vorsicht auf. Denn der Japankäfer könnte unbemerkt in Autos und Züge gelangen, dort als blinder Passagier grosse Strecken zurücklegen und in weiteren Regionen der Schweiz Schaden anrichten.