Hexenringe im Rasen

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Hexenringe im Rasen

Der Name ist ein Relikt mittelalterlichen Glaubens. Denn wer sonst ausser Hexen war wohl fähig in Wiesen oder Weiden der damaligen Zeit ringförmige Strukturen entstehen zu lassen. Allerdings ist man leicht geneigt bei den auftretenden Schäden daran zu glauben, das ginge nicht mit rechten Dingen zu.

Der eigentliche Verursacher hat natürlich weder mit Hexen oder sonstigen Hokuspokus zu tun, sondern entpuppt sich ganz schlicht als ein Mitglied der Gattung Pilze, nämlich aus der Familie der Schwindlingsverwandten, vor allem der Nelken-Schwindling. Auch andere Pilze sind in der Lage Hexenringe zu produzieren, aber der Nelken-Schwindling ist dem Vorkommen nach am häufigsten in Rasenflächen anzutreffen. Und das Entstehen der Ringform hat seine Ursache in der strahlenförmigen Ausbreitung weg vom Infektionsherd. Die Ringe wachsen mit dem Pilz Jahr für Jahr und können Forschungen nach einen Bestand haben von gut und gerne mehreren hundert Jahren bilden.

Der Pilz kann auch durchaus präsent sein ohne den Rasen zu schädigen. Nur durch die erscheinenden Fruchtkörper verrät der Pilz seine Anwesenheit. Aber oft verursachen die Pilzfäden ein Absterben der Grasnarbe im unmittelbaren und näherem Ringbereich. Vor allem das dichte Pilzgeflecht im aktiven Teil des Ringes wirkt wasserabweisend und sorgt zusätzlich für akuten Wassermangel und Vertrocknen der Gräser. Ob nun das Absterben der Grasnarbe auf eine direkte Einwirkung des Pilzes auf die Graswurzel zurückzuführen ist oder es nur eine Folge der zum Stillstand gekommenen Wasserversorgung ist noch nicht hinreichend geklärt.
Das abgestorbene Mycel (Pilzgeflecht) vom Ring weg zur Mitte hin setzt Nährstoffe frei was in diesen Zonen zu verstärktem Gräserwachstum führt.

Vermeidung und Bekämpfung

Gleich vorab : es gibt keine Pflanzenschutzmittel gegen Hexenringe. Prophylaxe und Bekämpfung gehen Hand in Hand, es gilt schon vorab das Auftreten von Hexenringen erst gar nicht zu begünstigen. Es sind folgende Faktoren die den Rasen generell anfällig für Pilzkrankheiten machen :

  • Nährstoffmangel – geben Sie zur gezielten Behebung eine Bodenanalyse in Auftrag
  • Trockenheitstress – die Bewässerung soll regelmässig und durchdringend erfolgen. Besser den Zyklus reduzieren dafür aber ausgiebiger.
  • Rasenfilz – entfernen Sie im Frühjahr durch Vertikutieren den enstandenen Rasenfilz
  • Bodenverdichtung – durch Aerifizieren die Wasserführung und Durchlüftung des Bodens verbessern

Ist der Pilz im Rasen aufgetreten, mähen Sie die befallenen Flächen als letztes und reinigen Sie den Rasenmäher gründlich. Damit beugen Sie einer Infektion weiterer Bereiche Ihres Rasens vor.
Wird der Schaden schnell erkannt und sind nur kleinere Flächen betroffen, besteht noch die Möglichkeit einen Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von 30 cm vorzunehmen.
Zur Erhöhung der Wasseraufnahmefähigkeit kann ein sogenannter ‚Wetting Agent‘ auf die befallenen Bereiche ausgebracht werden. Denselben Effekt erzielt aber auch ein Spülmittel ( 5 ml / 10 L ). Damit wird die Oberflächenspannung herabgesetzt.

2 KOMMENTARE

  1. Betr. Hexenringe
    Ich hatte einige hartnäckge Hehenringe.
    Letzten Sommer habe ich sie mit einer Bodenlanze und Wasser „behandelt“. Die Bodenlanze habe ich 15 bis 20 cm tief in den Boden gestossen. Den Abstand hebe sehr eng gehalten.
    Bis jetzt zeigen sich keine Anzeigen von erneuten Hexenringen.
    Mit freundlichen Grüssen
    Ruedi Bauriedl

  2. Danke für Ihren Kommentar Herr Bauriedl. Es freut uns das Sie mit der Methode Erfolg hatten und dies mit anderen Lesern teilen. Sollten Sie Gartenfragen haben, dürfen Sie sich jederzeit bei uns melden. Wir versuchen immer zu helfen.

    Gruss
    P.Sturm

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