Gemeinsam gegen den Japankäfer

Agroscope hat den Zuschlag für ein Horizon2020-Projekt der EU erhalten. Zusammen mit Partnern aus Europa will man nachhaltige Bekämpfungsstrategien gegen den Quarantäneschädling Japankäfer entwickeln.

Nachhaltiger Pflanzenschutz steht bei Agroscope weit oben auf der Agenda. Agroscope hat folgerichtig den Zuschlag für ein EU-Projekt erhalten, das die nachhaltige Bekämpfung des Japankäfers zum Ziel hat. Dieser Erfolg passt zum europäischen Memorandum of Understanding zur Förderung eines nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystems, das Agroscope im Februar 2020 unterzeichnet hat.

Japankäfer bedroht ein breites Spektrum an Kulturen

2017 wurde der Japankäfer erstmals an der Südgrenze der Schweiz nachgewiesen, und es droht eine weitere Verbreitung in der Schweiz und Europa. Sowohl die erwachsenen Käfer als auch die Engerlinge gefährden die Landwirtschaft Europas. Als Engerlinge fressen sie vorzugsweise die Wurzeln von Gräsern und verursachen Schäden an Wiesen und Weiden, wie sie auch von einheimischen Engerlingen bekannt sind. Die erwachsenen Käfer haben ein aussergewöhnlich breites Wirtsspektrum, welches mehr als 300 Pflanzen umfasst. Darunter befinden sich wichtige Nutzpflanzen wie Weinreben, Beeren und Steinobst, aber auch Mais und Soja.

Japankäfer
Bild: Wikipedia

Mit Maikäfer-Strategie gegen Japankäfer

Erste Laborversuche haben gezeigt, dass entomopathogene Pilze aus der Stammsammlung von Agroscope auch den Japankäfer infizieren können. Solche Pilze werden seit Jahren erfolgreich gegen die einheimischen Verwandten des Japankäfers eingesetzt, allen voran die Maikäfer. Nun soll eine ähnliche Strategie auch zur Bekämpfung des eingeschleppten Japankäfers erarbeitet werden.

5,5 Mio. Euro für vier Jahre

Nun hat Giselher Grabenweger, Forscher in der Gruppe «Ökologischer Pflanzenschutz im Ackerbau», den Zuschlag für ein Horizon2020-Projekt der EU erhalten, das er als Koordinator leiten wird. Das Projekt mit dem Titel «Integrated Pest Management of the invasive Japanese Beetle, Popillia japonica – IPM-Popillia» ist mit 5,5 Mio. Euro dotiert und läuft während vier Jahren.

13 europäische Institutionen beteiligt

In dem von Agroscope geleiteten Projekt arbeiten mehrere Agroscope-Forschungsgruppen sowie 12 Institutionen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Portugal und der Schweiz zusammen. Universitäten und Forschungsinstitute sind in dem Konsortium ebenso vertreten wie KMUs aus dem Biocontrol- und dem IT-Bereich, amtliche Pflanzenschutzdienste und landwirtschaftliche Genossenschaften. Der multidisziplinäre Ansatz soll sicherstellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Praxis umgesetzt werden können, denn bei der Eindämmung der aktuellen Japankäferinvasion zählt vor allem eines – Geschwindigkeit!

QuelleAgroscope

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