Mähroboter – der neue Trend

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Mähroboter auf dem Rasen
Nicht zu verwechseln mit einer Schildkröte

Als Anfang der 1830er Jahre der erste Spindelmäher zum Patent angemeldet wurde ahnte noch keiner was die Evolution der Mähtechnik noch so hervorbringen würde. Nachdem zu Beginn des 20.Jahrhunders dann die ersten motorbetriebenen Rasenmäher den Samstag in den allgemeinen Rasenschneidetag verwandelten, tat sich lange Zeit nichts an der Evolutionsfront.

Man schrieb das Jahr 1995, als der erste echte Mähroboter auf den Markt kam. Und vor allem seitdem die Preise für diese Geräte kontinuierlich gesunken sind, ist der Vormarsch dieser vollautomatischen Mähmaschinen kaum mehr aufzuhalten. Wir haben nun für Sie mal die Technik dieser Geräte unter die Lupe genommen um Ihnen beim Entscheid für den Kauf eines dieser Geräte etwas Hintergrundwissen zu vermitteln.

Das Mähprinzip ist bei allen Geräten gleich. Sogenannte Mulchmesser zerkleinern das Schnittgut soweit, dass es auf dem Rasen verbleiben kann. Da diese Technik aufgrund der schwachen Motoren dieser Geräte nur bei kurzem Gras die gewünschten Ergebnisse erzielt ist sind folglich für höher stehendes Gras diese Maschinen nicht geeignet. Als Obergrenze dürften hier je nach Modell 10 cm anzusetzen sein. Da der Roboter aber als Funktionsprinzip das ständige Kurzhalten der Rasenfläche quasi programmiert hat, dürfte es nur in Einzelfällen bei schlechter Witterung zu hohen Grasständen kommen.

Von Fühlern und Sensoren

Mit einem Widerstandsfühler am Messermotor ausgestattet erkennen die Geräte mittels Impuls wenn die eingestellte Mähhöhe erreicht ist und werden aktiv. Nach einem Zufallsprinzip wird die Rasenfläche nun abgefahren. Durch das etwas wirr anmutende Abfahren des Rasens ist das Mähbild entsprechend. Aber das spielt ja beim Entscheid für einen Robotmäher eine untergeordnete Rolle. Nachwievor wird jedoch ein Kantenschneider benötigt da die Ränder je nach Modell nicht jedesmal sauber gemäht werden. Ihre Kraft für den Antrieb beziehen die Maschinen aus modernen Akku-Varianten. Dadurch sind lange Mähzeiten und kurze Aufladezeiten möglich. Ist der Akku am unteren Ende der Ladeskala fährt der Mähroboter automatisch zurück in die Ladestation. Ein Funksignal ermöglicht dies.

Auch in Sachen Sicherheit werden die Geräte von Sensoren unterstützt. Wird der Mäher angehoben, stoppt sofort der Motor. Damit wird gewährleistet das es zu keinen Verletzungen an den rotierenden Messern kommt. Hier ist natürlich eine schnelle Reaktion des Senosors gefragt. Man sollte sich dies im Zweifel vom Händler vorführen lassen. Zudem sollten man darauf achten das Messer nach innen vom Rand weg versetzt ist. Somit bleiben versehentliche Griffe unter den Rand der Maschine folgenlos. Und weitere Drucksensoren sorgen dafür, dass der Roboter bei Berührung eines Objektes auf der Stelle kehrt macht. Es gibt auch Hersteller, die auf nach dem Vorbild der Fledermaus arbeiten und per Ultraschall erkennt der Mähroboter Hindernisse und wendet sich vor Berührung ab. Bessere Modelle sind auch mit Regensensoren ausgestattet und stellen Ihre Arbeit während einer Regenphase ein und kehren in die Ladestation zurück.

Der Mähroboter – ein grenzenloser Rowdy ?

Ihr akkubetriebenes Helferlein würde sich schnell zum Rowdy in Ihrem Garten entwickeln und auch mühevoll angelegte Blumenrabatten mit seinen Sensoren ertasten und bearbeiten wenn er nicht seine Grenzen aufgezeigt bekäme. Und das sind wir schon der Gretchenfrage : Woher weiss der Roboter wo er mähen darf und wo nicht ? Um dem Gerät seine Arbeitsbereiche aufzuzeigen benötigt es eine Induktionsschleife. Oder einfacher ausgedrückt : die zu mähenden Areale werden mit einem Leitkabel abgesteckt und ein weiterer Sensor im Gerät erkennt somit selbständig wann es an der Zeit ist umzudrehen. Auch Flächen innerhalb des Rasens werden mit dem Leitkabel umgeben und somit von der Arbeitsfläche ausgeschlossen.
Das Kabel zur Begrenzung kann entweder auf dem Rasen verlegt und mit speziellen Haltern fixiert werden oder es wird unter der Oberfläche bis zu einer Tiefe von ca. 10 cm installiert. Der Hersteller Ambrogio verspricht für einige seiner Modelle den Wegfall des Begrenzungskabels. Der Mähroboter soll mit Sensoren erkennen, ob er sich auf Grasflächen oder festen Untergründen befindet. Das setzt aber voraus das der Rasen mit befestigten Flächen wie einem Weg oder Plattenstreifen umgeben ist oder zumindest mit einer Art fester Begrenzung eingefasst ist.

Der Mähroboter – gegen Diebstahl gesichert

Die Elektronik kann mit einer PIN gegen unbefugte Inbetriebnahme geschützt werden. Ob natürlich der neue Besitzer Ihres Gerätes vorab über diese Tatsache informiert ist, bleibt fraglich und ob er dieser Tatsache Ihren Roboter wieder zurückbringt ebenso. Deshalb bietet z.B. Husquarna bereits auch einen akustischen Alarm an oder die Modelle können mit einem GPS-Tracking ausgestattet werden.

Der Siegeszug einer Idee

Nachdem die ersten Modelle der Mähroboter vor nicht allzu langer Zeit preislich noch in Regionen angesiedelt waren, wo man für’s Mähen auch den Gärtner kommen lassen konnte oder schlicht viel zu teuer waren, nähern wir uns nun einem Preisniveau das eine Anschaffung überlegenswert macht. Erste Roboter sind bereits ab 1200 Franken zu haben.
Und das Ende der Fahnenstange ist sicher noch nicht erreicht. Da nebst dem Fachhandel auch Baumärkte den Roboter schon im Sortiment führen kann man wohl darauf warten bis der erste Discounter ein solches Gerät im Frühjahrsangebot offeriert. Qualität und Leistungsfähigkeit mal dahingestellt. Begrüssenswert an den Mährobotern sind sicherlich zweierlei Dinge : der niedrige Geräuschpegel und die Art des Antriebes. Und so kann man hoffen, dass in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft der Nachbar statt dem alten, lärmenden Benzinrasenmäher den Liegestuhl aus dem Geräteschuppen holt und es sich auf seinem stets gemähtem Rasen gemütlich macht. Denn er muss ja nicht mehr mähen. Dafür hat er jetzt ja seinen Roboter.

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