Grüne Weihnachten werden in den Alpen häufiger

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Skipiste in Davos mit wenig Schnee
Skipiste in Davos im Dezember 2015. Schnee: Mangelware. (Credit: Archiv SLF)

Forscher des SLF und der EPFL Lausanne weisen in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie darauf hin, dass die Schneedecke in den Alpen bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 70 % abnehmen könnte. Sie wird in allen Höhenlagen und für alle Emissionsszenarien geringer werden, am stärksten betroffen sind jedoch Gebiete unterhalb von 1200 m ü. M.. Aber sogar oberhalb von 3000 m ü. M. ist eine Abnahme von rund 40% zu erwarten. Falls sich die globale Temperatur bis Ende des Jahrhunderts um weniger als 2 Grad erwärmt, könnte der Rückgang der Schneebedeckung jedoch auf rund 30 % begrenzt werden.

Die Resultate der Forscher zeigen ausserdem, dass der alpine Winter – diejenige Zeitperiode, in der genügend natürlicher Schnee für den Wintersport liegt – kürzer wird. Mit der Klimaerwärmung dürfte die Skisaison einen halben bis einen Monat später beginnen als heute. Doch damit nicht genug: Falls es nicht gelingt, die klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren, werden Ende dieses Jahrhunderts nur noch Gebiete oberhalb von 2500 m ü. M. genügend Naturschnee für den Wintersport aufweisen. «Die Schneedecke in den Alpen wird ohnehin abnehmen», sagt SLF-Forscher Christoph Marty, Hauptautor der Studie, «aber unsere zukünftigen Emissionen bestimmen, um wie viel.»

Mehr Niederschlag, weniger Schnee

Ein höherer Ausstoss von Treibhausgasen wird in den Alpen höhere Temperaturen zur Folge haben. Aber die Wissenschafter sind sich weniger sicher, wie stark die Klimaveränderung den Schneefall beeinflussen wird. Die Mehrheit der Klimamodelle sagt voraus, dass der Niederschlag im Winter gegen Ende des Jahrhunderts leicht zunehmen wird. «Gemäss unserer Studie dürfte dieser Niederschlag infolge der gleichzeitig steigenden Temperaturen jedoch als Regen und nicht als Schnee fallen», sagt Marty. «Wir hoffen, mit unseren Resultaten nun überzeugend zeigen zu können, dass der zunehmende Winterniederschlag den Effekt der stark ansteigenden Temperaturen nicht kompensieren kann.»

Die Vorhersagen der Forscher beruhen auf detaillierten Hochrechnungen. Co-Autor Sebastian Schlögl, auch er vom SLF: «Wir verwendeten eine Vielzahl von aktuellen und vergangenen Wetterdaten und verschiedenste Klimaerwärmungsszenarien, um die zukünftige Schneedecke in zwei Bergregionen mit dem open-source Computermodell ALPINE3D zu simulieren.»

Klimaerwärmung abschwächen tut not

Weniger Schnee und eine kürzere Skisaison – der Tourismus wird das zu spüren bekommen. Schlögl: «Da viele Bergdörfer stark vom Wintertourismus abhängen, werden die Wirtschaft und damit auch die Gesellschaft in solchen Tourismuszentren betroffen sein.» Nichtsdestotrotz zeigt diese Studie auf, wie wirksam es für die Alpen sein könnte, wenn sich die Klimaerwärmung abschwächen liesse. Marty: «Dass wir bei einem globalen Klimaerwärmungsszenario von 2 Grad 30 % der alpinen Schneedecke verlieren, ist zwar bedenklich. Aber es ist gleichzeitig auch ermutigend, verglichen mit dem Verlust von 70 %, der uns droht, wenn wir so weitermachen wie bisher.»

Quelle: Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Dr. Christoph Marty

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