Worldskills 2019: Gold für das Schweizer Landschaftsgärtner-Team

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Den Weltmeistertitel im Skill 37, Landscape Gardening, holten sich Mario Enz aus Giswil (Markus Enz AG) und Fabian Hodel aus Oberkirch (Brechbühl Gartenbau GmbH). Seit ihrer Nominierung träumten sie von diesem Titel. Auf dem Silbertreppchen standen die Südtiroler Daniel Perkmann und Patrick Staschitz. Kolumbien (Nelson Alejandro Rojas Duarte und Luis Carlos Figueroa) sicherte sich Platz drei.

Die beiden 22-jährigen Schweizer Mario Enz und Fabian Hodel starteten mit gewohnter Ruhe in den Wettbewerb. Sie arbeiteten akribisch genau und gründlich; eine Herangehensweise, die nicht nur viele Menschen mit dem Schweizer Handwerk verbinden, sondern die sich letzlich auch vergoldete.

Vier Tage Hochleistung

Nach dem ersten Wettbewerbstag sah es so aus, als hätten die beiden jungen Landschaftsgärtner bereits viel Zeit verloren. Sie waren deutlich weniger weit gekommen als so manch andere der insgesamt 24 Nationen. Aber sie hatten das Tagesziel für die modulare Bewertung erreicht: Die Cortenstahlstufen, der kleine Pflasterbelag und der Grundaufbau der Wasserkaskade waren fertiggestellt.

Tag zwei war bestimmt vom polygonalen Plattenbelag für den Weg zum Teich. Zudem musste das zweite Taiga-Hochbeet bepflanzt werden. Des Weiteren war die Wasserkaskade fertigzustellen. Der dritte Tag forderte das Team mit Teichbau und einer komplexen Holzkonstruktion für den Steg, der am Teichboden zu stabilisieren war.

Im Fokus des letzten Wettbewerbstages, für den nur noch drei der insgesamt 21 Arbeitsstunden übrig geblieben waren, standen die beiden Pflanzbeete, die Vertikalbegrünung und das Verlegen des Rollrasens.

Coole Arbeiten

Eine Teilaufgabe war die Dekoration der weissen Trennwand mit mindestens 30 Hölzern. Hier zeigten die beiden jungen Schweizer ihre Kreativität. «Ich habe an einem der Tage im Hotelzimmer die Broschüre zu WorldSkills durchgeblättert. Das Logo inspirierte uns für die Idee, einen stilisierten Kristall auf unserer Holzwand zu zeigen», erzählt Mario Enz.

Nach dem Schlusspfiff waren die beiden mit ihrer Leistung zufrieden. «Wir haben uns für jeden Tag Ziele gesetzt und unseren Schlachtplan ausgearbeitet», verrät Fabian Hodel. Auf die Frage, was an der russischen «Baustelle» anders war als im gärtnerischen Alltag, antworteten beide: «Die Materialien.» Den gebauten Garten fanden Mario und Fabian sehr schön. «Das Design mit den vielen Details hat uns gut gefallen und es waren auch wirklich coole Arbeiten dabei, wie etwa die Holzwand und die Stahltreppe», so die beiden Landschaftsgärtner.

«Auch für mich als Experte und Chefexperte des Skills waren das vier sehr intensive und aufregende Tage», beschreibt Simon Hugi, der, wie auch alle anderen Trainer, immer mit seinem Team mitfieberte. Einige Probleme gab es bei der Vorbereitung. Dies betraf vor allem die Qualität des Rollrasens und der Pflanzen, aber auch die Logistik. «Ich bin froh, dass wir das alles im Sinne der Teilnehmer ge-schafft haben. Die Organisation in Russland war auf jeden Fall besser als in Abu Dhabi», so Hugi.

Wettbewerbsaufgabe und Bewertung

Bei diesen WorldSkills war zum zweiten Mal die Wettbewerbsaufgabe im Vorfeld nicht bekannt. Dieses Jahr gab es nicht einmal eine Gartenskizze vorab. Lediglich die Materialliste liess erahnen, welche Elemente die Planung enthalten könnte. Somit ging der Wunsch von Simon Hugi in Erfüllung, dass dieses Konzept für zukünftige Wettbewerbe erhalten bleibt. Zum ersten Mal waren in Kazan auch die Messpunkte der einzelnen Detailaufgaben nicht bekannt. Dies ist ein weiterer Schritt zu noch mehr Fairness.

Bei den 45. WorldSkills in Kazan traten insgesamt 63 Nationen und ihre Regionen mit 1354 Teilnehmenden in 56 Skills an. Die 46. WorldSkills finden 2021 im chinesischen Shanghai statt. | 

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