Blumeninseln im Rasen: So gelingt die kleine Blumenwiese.
Ein dichter, gepflegter Rasen kann schön aussehen – für Insekten bietet er jedoch nur wenig Nahrung und Struktur. Wer nicht gleich die ganze Fläche in eine Blumenwiese verwandeln möchte, kann mit einzelnen Blumeninseln beginnen. Solche Bereiche bringen Farbe in den Garten, reduzieren den Pflegeaufwand und schaffen zusätzliche Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.
Besonders geeignet sind Stellen, die im bestehenden Rasen ohnehin Probleme machen: trockene Randzonen, wenig genutzte Bereiche oder Flächen, die sich nur mit grossem Aufwand dicht und grün halten lassen. Aber auch in einem gut gepflegten Rasen können bewusst angelegte Blumeninseln einen reizvollen Kontrast schaffen.
Nicht einfach Saatgut in den bestehenden Rasen streuen
Eine Blumenwiese lässt sich nicht zuverlässig herstellen, indem man Wildblumensamen auf eine bestehende dichte Grasnarbe streut. Die vorhandenen Gräser sind zu konkurrenzstark und verhindern, dass viele Wildblumen überhaupt ausreichend Licht und Bodenkontakt bekommen.
Für eine dauerhafte Blumeninsel sollte die Grasnarbe deshalb entfernt oder die Fläche so vorbereitet werden, dass ein offener Saatboden entsteht. Auf kleinen Flächen gelingt das gut mit dem Spaten oder Rasensodenschneider. Bei grösseren Bereichen kann eine maschinelle Bodenbearbeitung sinnvoll sein.
Die Form darf zum Garten passen
Ob Kreis, geschwungene Insel, Streifen oder grössere zusammenhängende Fläche ist vor allem eine gestalterische Entscheidung. Schon kleine Bereiche können den Garten deutlich verändern.
Es ist nicht notwendig, sofort einen bestimmten Anteil der gesamten Rasenfläche umzuwandeln. Wer unsicher ist, kann mit einer kleineren Fläche beginnen und sie später erweitern.
Die richtige Mischung entscheidet
Für den Erfolg ist die Auswahl des Saatguts wichtiger als eine möglichst bunte Verpackung. Entscheidend sind Standortbedingungen wie Bodenart, Feuchtigkeit, Licht und Nährstoffversorgung.
Eine Mischung für magere, trockene Standorte wird auf einem nährstoffreichen Gartenboden häufig nicht dauerhaft funktionieren. Umgekehrt kommen Arten feuchter Wiesen auf trockenen, stark besonnten Flächen schnell an ihre Grenzen.
Deshalb lohnt es sich, Saatgutmischungen zu wählen, die ausdrücklich für den jeweiligen Standort und möglichst für die eigene Region vorgesehen sind.
Der beste Zeitpunkt für die Aussaat
Günstig ist eine Aussaat im Frühjahr, wenn der Boden ausreichend feucht ist und sich langsam erwärmt. Auch eine Aussaat im Spätsommer kann je nach Mischung und Standort funktionieren, sofern genügend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist.
Wichtiger als ein starres Kalenderdatum sind gute Keimbedingungen. Während längerer Hitze- und Trockenperioden sollte nicht ausgesät werden.
Im ersten Jahr braucht die Fläche etwas Geduld
Eine neu angelegte Blumenwiese sieht im ersten Jahr selten so aus wie auf dem Saatgutbild. Viele mehrjährige Wildblumen entwickeln sich langsam, während schnell keimende Begleitpflanzen und Gräser zunächst dominieren können.
Deshalb kann im ersten Jahr ein sogenannter Pflegeschnitt sinnvoll sein. Er verhindert, dass stark wachsende Konkurrenzpflanzen die jungen Wildblumen beschatten. Der Schnitt erfolgt relativ hoch, damit die gewünschten Jungpflanzen möglichst wenig geschädigt werden.
Problematische Einzelpflanzen können bei Bedarf gezielt entfernt werden. Eine neu eingesäte Fläche komplett durchzujäten, ist dagegen meist weder notwendig noch sinnvoll.
Später nur wenige Male im Jahr mähen
Ab dem zweiten Jahr richtet sich der Schnitt nach dem Typ der Blumenwiese. Viele klassische Blumenwiesen werden ein- bis zweimal jährlich gemäht.
Ein wichtiger Schnitt erfolgt meist nach der Hauptblüte, wenn ein Teil der Pflanzen bereits Samen gebildet hat. Das Schnittgut sollte einige Tage auf der Fläche liegen bleiben, damit Samen ausfallen können. Anschliessend wird es entfernt.
Das Abführen des Mähguts ist wichtig, weil dadurch dem Boden langsam Nährstoffe entzogen werden. Das begünstigt langfristig viele konkurrenzschwächere Wildblumen gegenüber stark wachsenden Gräsern.
Welches Gerät eignet sich?
Ein normaler Rasenmäher kommt mit einer höheren Blumenwiese schnell an seine Grenzen. Für kleine Flächen eignen sich Handsense oder Motorsense, bei grösseren Wiesenflächen auch Balkenmäher.
Wichtig ist vor allem ein möglichst sauberer Schnitt. Das Mähgut wird nach dem Antrocknen vollständig aufgenommen.
Rasen und Blumenwiese müssen kein Gegensatz sein
Eine Blumeninsel muss nicht den gesamten Rasen ersetzen. Gerade die Kombination aus gemähten Wegen, offenen Rasenflächen und höher wachsenden Blütenbereichen kann gestalterisch sehr reizvoll sein.
Wer mehrere solcher Flächen im Garten miteinander verbindet, schafft ausserdem kleine Refugien für Insekten und andere Tiere. So entsteht Schritt für Schritt ein Garten, der weiterhin nutzbar bleibt und gleichzeitig ökologisch wertvoller wird.
Geeignete Saatgutmischungen für die Schweiz
Für Blumeninseln und kleinere Wildblumenflächen eignen sich standortangepasste Mischungen mit einheimischen Arten. In der Schweiz bietet UFA-Samen verschiedene Mischungen an, die sich je nach Nutzung und Standort unterscheiden.
UFA Wildblumenwiese Original CH-G orientiert sich an der traditionellen Fromentalwiese des Mittellandes und enthält über 50 einheimische Wiesenblumen und Wiesengräser. Sie eignet sich besonders für sonnige bis leicht schattige Standorte und entwickelt sich am artenreichsten auf eher nährstoffarmen Böden. Die Mischung wird in der Regel zweimal jährlich geschnitten.
Für kleinere Flächen kann auch die Variante UFA Wildblumenwiese Original CH-i-G interessant sein. Sie besitzt einen höheren Blumenanteil und wird von UFA ausdrücklich für Kleinflächen unter 50 Quadratmetern sowie für die Aufwertung bestehender Flächen empfohlen.
Wer die Fläche weiterhin regelmässig betreten und häufiger mähen möchte, kann auf UFA Blumenrasen CH-G zurückgreifen. Diese Mischung bleibt niedriger, enthält über 30 einheimische Blumen-, Kräuter- und Gräserarten und wird etwa fünf- bis achtmal pro Jahr mit hoch eingestelltem Rasenmäher geschnitten. Damit ist sie eher eine blütenreiche Alternative zum klassischen Rasen als eine eigentliche Blumenwiese.
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