Die Zitrusminiermotte

Minieren. Unterirdische Gänge, Stollen anlegen. So die Definition. Und man verbindet das Wort spontan mit Bergbau, Edelsteinsuche oder dergleichen. Ganz ohne technische Hilfsmittel und der Aussicht auf Diamanten, haben die Larven der MIniermotten die Art Gänge anzulegen perfektioniert.

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Die Zitrusminiermotte

Phyllocnistis citrella, die Zitrusminiermotte, ist ein Schuppenflügler, der in Südostasien beheimatet ist und heute in vielen Teilen der Welt vorkommt, darunter seit 1994 auch in Europa, zum Beispiel in allen italienischen Zitrusanbaugebieten. Die Miniermotte ist, gleich hinter der Wolllaus, der Hauptschädling an Zitrusgewächsen.

Ursächlich für den Schadensbefall ist die Larve des Insekts, die alle Pflanzen der Gattung Citrus, insbesondere die Zitrone, aber auch verschiedene Wild- und Zierpflanzenarten befallen kann. Der Schaden wird dadurch verursacht, dass die Larven schlangenförmige Fraßgänge (Minen) anlegen, die sich über einen großen Teil der Blattspreite erstrecken. Daher auch der Name Zitronenminiermotte, abgeleitet von dem Verb minieren: unterirdische Stollen oder Gräben anlegen.

Die Minierkanäle sind leicht an einer dunklen Mittellinie zu erkennen, die von den Exkrementen der Larve hervorgerufen werden. Ein weiteres untrügliches Kennzeichen ist die bronzefarbene Färbung des Gewebes im Bereich der Miniergänge , die durch die Oxidation des Gewebes aufgrund der eindringenden Luft entsteht. Auch Früchte und seltener Blütenknospen können betroffen sein. Befallene Blätter rollen sich ein und vertrocknen, starker Befall reduziert die Photosynthese der Pflanze.

Das erwachsene Insekt ist ein kleiner Schmetterling mit einer Flügelspannweite von nur etwa 4 mm und hat gefranste, silbrig gefärbte Vorderflügel. Die Larve ist gelb bis grün gefärbt und erreicht eine maximale Länge von 3 mm.

Bild von Dania Saladrigas

Bei diesem Insekt gibt es zwei verschiedene Arten von Larvenstadien, die sogenannte Hypermetamorphose. Im ersten Larvenstadium sind die Insekten apode (ohne Beine) mit Mundwerkzeugen, die sich vom Blattmesophyll (Grundgewebe der Blätter) ernähren. Diese Larve gräbt Tunnel im Inneren der Blattspreite und verursacht daher die typischen Schäden. Die Larve des zweiten Typs, die sich aus der ersten Art entwickelt, ernährt sich nicht vom Blattgewebe und produziert seidenartige Fäden, mit denen sie die Blattspreite umwickelt, in der sie sich verpuppt und schliesslich die Motte schlüpft. Die Eier werden isoliert in der Nähe der Blattrippe abgelegt, und ein erwachsenes Insekt kann in der Folge bis zu 100 Eier legen.

Die Bekämpfung der Zitrusminiermotte

Die direkte Bekämpfung fusst auf der Behandlung mit dem biologischen Insektizid Azadirachtin. Wikipedia weiss dazu folgendes: «Azadirachtin ist eine chemische Verbindung, die zu den Limonoiden gehört. Es ist ein sekundärer Metabolit und insektizider Wirkstoff des Samens des Neembaums.“  Ein aktuell zugelassenes Produkt ist Neem-Azal -T/S von Andermatt Biocontrol. NeemAzal-T/S ist ein biologisches Insektizid und enthält den reinen Wirkstoffextrakt aus den Kernen des Neem-Baumes. Es ist wirksam gegen Blattläuse, Minierfliegen, Rosskastanienminiermotte, Spinnmilben, Thrips, Weisse Fliegen, Zikaden, Spargelkäfer/Spargelhähnchen, Kirschenfliegen. NeemAzal-T/S stoppt die Saugtätigkeit von Schädlingen und hemmt deren Wachstum. Nach wenigen Tagen sterben sie ab. Auch natürliche Gegenspieler wie parasitische Schlupfwespen können dazu beitragen, die Population niedrig zu halten.

Wie bei anderen Schadschmetterlingen können auch Pheromonfallen eingesetzt werden. Dabei werden Kapseln, die den weiblichen Pheromonlockstoff enthalten, in Klebefallen eingesetzt. Deren Zweck ist es, möglichst viele männliche Insekten anzulocken und sie mit der Klebefalle zu fangen. Ohne Männchen kann die Befruchtung der weiblichen Miniermotten und damit die Eiablage nicht stattfinden. Diese Bekämpfungsmethode ist allerdings im privaten Bereich wohl wenig sinnvoll, für grosse Zitronenplantagen jedoch bis zu einem gewissen Grad wirksam. Klassische Pheromon-Klebefallen dienen vor allem der Überwachung und zur Bestimmung des Flugzeitpunkts. Sie fangen normalerweise nicht genug Tiere, um den Befall nachhaltig zu kontrollieren.

Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes ist eine weitere Massnahme zur Befallsreduktion empfehlenswert. Es gilt, Stickstoffüberdüngung zu vermeiden. Was bei Rasenflächen wünschenswert ist, führt bei Zitruspflanzen eher zum Gegenteil. Ein Überschuss an Stickstoff führt zwangsläufig zu vermehrter Bildung von Blattmasse. Und damit erstens zu mehr Angriffsfläche für die Miniermotte und auch zur Beeinträchtigung der Fruchtbildung, als Folge des Ungleichgewichtes in der Nährstoffversorgung.

Kommentare (2)

User
e.schek
e.schek 2 Jahre vor
Dieser Artikel ist wirklich hilfreich
Peter Sturm
Peter Sturm 2 Jahre vor
Danke Herr Schek für Ihren Kommentar und es freut mich sehr, dass Ihnen der Artikel gefallen hat. Schöne Grüsse Peter