Biologische Schädlingsbekämpfung - Thripse

Thripse gehören zu den hartnäckigsten Schädlingen an Zimmer- und Zierpflanzen. Die winzigen Insekten vermehren sich unter günstigen Bedingungen rasch und verursachen auffällige Saugschäden an Blättern und Blüten. Besonders in Wintergärten, Gewächshäusern und beheizten Wohnräumen können sie sich über längere Zeit ungestört entwickeln. Eine biologische Bekämpfung mit Nützlingen bietet eine interessante Möglichkeit, den Befall ohne den regelmässigen Einsatz von Insektiziden einzudämmen.

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Biologische Schädlingsbekämpfung - Thripse
Thripse sind winzige, meist nur wenige Millimeter grosse Insekten. Je nach Art sind sie gelblich, braun oder nahezu schwarz gefärbt. Viele Arten verursachen durch ihre Saugtätigkeit Schäden an Blättern und Blüten. Foto: Petr Reischig / Wikimedia Commons

Allerdings ist nicht jeder Nützling für jede Situation geeignet. Entscheidend sind die Thripsart, das Entwicklungsstadium des Schädlings und die klimatischen Bedingungen am Standort. Auch der Zeitpunkt der Freilassung spielt eine wichtige Rolle.

Thripse erkennen: Typische Schäden an Pflanzen

Thripse, umgangssprachlich auch Fransenflügler genannt, sind meist nur ein bis zwei Millimeter grosse Insekten. Je nach Art und Entwicklungsstadium erscheinen sie gelblich, bräunlich oder nahezu schwarz. Sie halten sich bevorzugt an Blattunterseiten, jungen Trieben und in Blüten auf, wo sie Pflanzenzellen anstechen und deren Inhalt aufnehmen.

Typische Anzeichen eines Befalls sind silbrig schimmernde oder aufgehellte Stellen auf den Blättern. Häufig treten zusätzlich kleine schwarze Kotpunkte auf. Bei stärkerem Befall können sich Blätter verformen, Blüten geschädigt werden und junge Triebe im Wachstum zurückbleiben. Besonders häufig werden Thripse an Zimmerpflanzen wie Monstera, Ficus, Anthurium und verschiedenen Orchideen beobachtet. Im Gewächshaus können sie unter anderem Gurken, Paprika und zahlreiche Zierpflanzen befallen.

Typisches Schadbild durch Thripse: Die Saugtätigkeit der kleinen Insekten führt zu silbrig glänzenden, teilweise fleckigen Verfärbungen der Blattoberfläche. Bei stärkerem Befall können die Blätter vertrocknen. Foto: Swapnil Karambelkar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Warum sind Thripse so schwierig zu bekämpfen?

Thripse durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien. Aus den Eiern schlüpfen junge Larven, die ebenso wie die erwachsenen Tiere an den Pflanzen saugen. Die Eier werden bei vielen Arten in das Pflanzengewebe abgelegt und sind deshalb von aussen kaum erreichbar. Hinzu kommt, dass sich bestimmte Entwicklungsstadien im Substrat oder an geschützten Stellen der Pflanze aufhalten. Eine Behandlung, die nur die sichtbaren Tiere erfasst, erreicht deshalb häufig nicht die gesamte Population. Aus diesem Grund ist bei der biologischen Bekämpfung meist eine längerfristige Strategie erforderlich. Ein einmaliger Nützlingseinsatz genügt bei stärkerem Befall nicht immer.

Raubmilben gegen junge Thripslarven

Zu den wichtigsten natürlichen Gegenspielern gehören verschiedene Raubmilben. Sie sind mit blossem Auge kaum zu erkennen und bewegen sich auf den Pflanzen auf der Suche nach Beutetieren.

Besonders verbreitet ist Amblyseius cucumeris, auch unter dem wissenschaftlichen Namen Neoseiulus cucumeris bekannt. Diese Raubmilbe ernährt sich vor allem von jungen Thripslarven. Grössere Larven und erwachsene Thripse werden dagegen kaum erfasst.

Die Art eignet sich besonders für einen frühzeitigen Einsatz in Innenräumen, Wintergärten und Gewächshäusern. Voraussetzung sind geeignete Temperaturen und eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit. Bei sehr trockener Raumluft kann ihre Entwicklung beeinträchtigt werden.

Für Privatgärten werden die Raubmilben häufig in kleinen Papierbeuteln angeboten, die direkt an die Pflanzen gehängt werden. Aus diesen Beuteln wandern die Tiere über mehrere Wochen auf die Pflanzen. Sie dürfen nicht eigenmächtig aufgeschnitten oder zusätzlich geöffnet werden, sofern der Hersteller dies nicht ausdrücklich vorsieht.

Amblyseius swirskii für warme Standorte

Eine weitere wichtige Art ist Amblyseius swirskii. Sie wird vor allem in wärmeren Gewächshauskulturen eingesetzt und kann neben jungen Thripslarven auch Eier und junge Entwicklungsstadien der Weissen Fliege erbeuten.

Diese Raubmilbe benötigt vergleichsweise warme Bedingungen. In kühlen Räumen oder während der kalten Jahreszeit ist sie deshalb nicht immer die beste Wahl. Unter günstigen Bedingungen kann sie sich jedoch gut etablieren und über längere Zeit zur Regulierung verschiedener Schädlinge beitragen.

Welche Raubmilbenart geeignet ist, hängt somit nicht allein vom Schädling ab. Auch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die vorhandenen Pflanzen müssen berücksichtigt werden.

Raubwanzen bekämpfen auch erwachsene Thripse

Während Raubmilben hauptsächlich junge Larven erbeuten, können bestimmte Raubwanzen auch grössere Thripslarven und erwachsene Tiere angreifen.

Besonders bekannt ist Orius laevigatus. Diese kleine Raubwanze wird im professionellen Gartenbau häufig zur biologischen Thripsbekämpfung eingesetzt. Sie sticht ihre Beutetiere mit einem Saugrüssel an und saugt sie aus.

Raubwanzen können eine wertvolle Ergänzung zu Raubmilben sein, da sie andere Entwicklungsstadien des Schädlings erfassen. Ihre erfolgreiche Ansiedlung hängt allerdings von geeigneten Temperaturen, dem Nahrungsangebot und den Kulturbedingungen ab.

Für einzelne Zimmerpflanzen ist der Einsatz von Raubwanzen oft weniger praktikabel als jener von Raubmilben. Besonders bewährt haben sie sich in geschützten, wärmeren Kulturen mit einem entsprechenden Pflanzenbestand.

Weitere natürliche Gegenspieler

Neben Raubmilben und Raubwanzen gibt es auch räuberisch lebende Thripse, beispielsweise Franklinothrips vespiformis. Diese Art ernährt sich von anderen kleinen Insekten und kann auch pflanzenschädigende Thripse erbeuten.

Solche spezialisierten Nützlinge sind vor allem für bestimmte professionelle Kulturen interessant. Für den privaten Hausgarten stehen gewöhnlich die leichter erhältlichen Raubmilben im Vordergrund.

Wichtig ist zudem, dass sich nicht alle Thripsarten mit denselben Nützlingen gleich gut bekämpfen lassen. Bei ungewöhnlich starkem oder anhaltendem Befall kann eine genauere Bestimmung des Schädlings sinnvoll sein.

Thripse an Zimmerpflanzen biologisch bekämpfen

Bei Zimmerpflanzen empfiehlt es sich, zunächst die befallenen Pflanzen von anderen Beständen zu trennen. Stark geschädigte Blätter oder Blüten können entfernt werden, sofern die Pflanze dadurch nicht übermässig geschwächt wird. Auch das vorsichtige Abduschen der Pflanzen kann helfen, einen Teil der beweglichen Tiere zu entfernen.

Anschliessend können geeignete Raubmilben eingesetzt werden. Besonders wichtig ist, dass sie möglichst früh ausgebracht werden, bevor sich eine grosse Thripspopulation entwickelt hat. Bei starkem Befall kann es erforderlich sein, die Behandlung zu wiederholen oder mit weiteren Massnahmen zu kombinieren.

Blaue oder gelbe Klebetafeln können zur Überwachung fliegender Thripse dienen. Sie geben Hinweise darauf, ob noch erwachsene Tiere vorhanden sind. Als alleinige Bekämpfungsmassnahme reichen sie jedoch normalerweise nicht aus.

Während eines Nützlingseinsatzes sollten keine Insektizide verwendet werden, die den eingesetzten Nützlingen schaden könnten. Auch Mittel, die als biologisch gelten, sind nicht automatisch nützlingsschonend.

Funktioniert die biologische Bekämpfung auch im Freiland?

Im Freiland ist der gezielte Einsatz gekaufter Nützlinge schwieriger. Wind, Regen, wechselnde Temperaturen und die Möglichkeit der Abwanderung erschweren eine dauerhafte Ansiedlung. Zudem können bereits zahlreiche natürlich vorkommende Gegenspieler vorhanden sein.

Deshalb ist es im Garten häufig sinnvoller, die natürlichen Nützlingspopulationen zu fördern und auf unnötige breit wirkende Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Eine vielfältige Bepflanzung mit blühenden Pflanzen und geeigneten Rückzugsräumen kann dazu beitragen, räuberische Insekten zu unterstützen.

Bei empfindlichen Kulturen sollte der Befall regelmässig kontrolliert werden. Nicht jede Thripsart verursacht wirtschaftlich oder gärtnerisch relevante Schäden, und nicht jeder sichtbare Thrips muss bekämpft werden.

Wann zeigen Nützlinge Wirkung?

Anders als ein schnell wirkendes Kontaktinsektizid reduzieren Nützlinge eine Schädlingspopulation schrittweise. Sie müssen ihre Beutetiere zunächst finden und benötigen geeignete Lebensbedingungen, um dauerhaft aktiv zu bleiben.

Erste Verbesserungen können nach einiger Zeit sichtbar werden, eine deutliche Reduktion des Befalls kann jedoch mehrere Wochen beanspruchen. Bereits entstandene Saugschäden verschwinden nicht mehr. Ob die Bekämpfung erfolgreich ist, zeigt sich vor allem am gesunden Neuaustrieb und an einer abnehmenden Zahl lebender Thripse.

Gerade deshalb ist Geduld erforderlich. Wer den Nützlingseinsatz zu früh als erfolglos beurteilt oder gleichzeitig ungeeignete Pflanzenschutzmittel verwendet, gefährdet den Erfolg der biologischen Bekämpfung.

Fazit

Thripse lassen sich mit natürlichen Gegenspielern wirksam eindämmen, sofern die richtigen Nützlinge unter geeigneten Bedingungen eingesetzt werden. Für Zimmerpflanzen und kleinere geschützte Pflanzenbestände sind Raubmilben wie Amblyseius cucumeris häufig eine praktikable Lösung. In warmen Gewächshäusern kommen weitere Arten wie Amblyseius swirskii und Raubwanzen der Gattung Orius infrage.

Die besten Erfolgsaussichten bestehen bei einem frühzeitigen Einsatz und regelmässiger Kontrolle. Entscheidend ist nicht, möglichst viele verschiedene Nützlinge auszubringen, sondern die passende Art für den jeweiligen Schädling und Standort auszuwählen.

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