Rübenrüssler breitet sich in der Schweiz aus – auch Mangold und Randen gefährdet

Der Rübenrüssler (Lixus juncii) ist ein Schädling, der in der Schweiz zunehmend Aufmerksamkeit erregt. Der ursprünglich vor allem aus wärmeren Regionen bekannte Käfer befällt nicht nur Zuckerrüben, sondern auch Gemüsearten, die in vielen Hausgärten angebaut werden. Besonders Randen und Mangold gehören zu seinen Wirtspflanzen.

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Rübenrüssler breitet sich in der Schweiz aus – auch Mangold und Randen gefährdet
Der Rübenrüssler (*Lixus juncii*) breitet sich in der Schweiz aus und kann auch Randen und Mangold schädigen. Foto: João Coelho / Wikimedia Commons, CC BY 2.0.

Das Tückische am Rübenrüssler: Während die erwachsenen Käfer an Blättern und Blattstielen fressen, entwickeln sich ihre Larven im Inneren der Pflanzen. Dort können sie erhebliche Schäden verursachen, die von aussen zunächst kaum zu erkennen sind.

Ein Schädling auf dem Vormarsch

Ursprünglich stammt der wärmeliebende Rübenrüssler aus dem Mittelmeerraum. In der Schweiz wurde er erstmals 2019 im Kanton Waadt nachgewiesen. Seit 2023 hat er sich stark ausgebreitet und ist inzwischen bis in die Ostschweiz vorgedrungen. Besonders in warmen, trockenen Sommern findet der Käfer günstige Bedingungen vor.

Während zunächst vor allem Schäden im Zuckerrübenanbau bekannt wurden, rückten zunehmend auch andere Kulturpflanzen in den Fokus. Dazu gehören Randen und Mangold, aber auch Spinat zählt zu den möglichen Wirtspflanzen. Damit ist der Schädling nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für private Gemüsegärten von Bedeutung.

So erkennt man den Rübenrüssler

Der erwachsene Rübenrüssler ist ein länglicher, dunkelbrauner Käfer mit einem auffälligen Rüssel. Charakteristisch ist ein heller, weisslicher Streifen entlang der Körperseiten. Frisch geschlüpfte Käfer können zudem eine orangefarbene, pudrige Schicht aufweisen.

Ab Ende April oder Anfang Mai fliegen die überwinterten Käfer in geeignete Kulturen ein. Die Weibchen legen ihre Eier in die Blattstiele. An den Einstichstellen entstehen kleine, häufig dunkel verfärbte und kraterartige Verletzungen. Die daraus schlüpfenden Larven sind weisslich, beinlos und besitzen eine dunklere Kopfkapsel.

Die eigentliche Gefahr steckt im Pflanzeninneren

Nach dem Schlüpfen fressen sich die Larven durch das Innere der Blattstiele. Bei Randen können sie bis in den Rübenkörper vordringen und dort Frassgänge anlegen. Besonders problematisch sind die Verletzungen, weil sie Pilzen und Bakterien als Eintrittspforten dienen können.

In der Folge kann es zu Fäulnis und erheblichen Qualitätseinbussen kommen. Trockenheit verschärft das Problem: Bei Wassermangel dringen die Larven eher in den Rübenkörper vor, während kräftig entwickelte Pflanzen mit ausreichend Blattmasse die Schäden teilweise besser begrenzen können.

Was Gartenbesitzer dagegen tun können

Die Bekämpfung ist schwierig, weil die Larven im Inneren der Pflanzen gut geschützt sind. Deshalb empfiehlt die Forschungsanstalt Agroscope vor allem vorbeugende Massnahmen. Besonders wichtig ist es, gefährdete Kulturen ab Mai regelmässig zu kontrollieren.

In bekannten Befallsgebieten können feinmaschige Kulturschutznetze oder Vliese verhindern, dass die Käfer zu den Pflanzen gelangen. Entscheidend ist, dass die Abdeckungen rechtzeitig angebracht und an den Rändern gut verschlossen werden. Bereits unter der Abdeckung vorhandene Käfer werden dadurch allerdings nicht bekämpft.

Auch eine gleichmässige Wasserversorgung ist sinnvoll. Sie hält die Pflanzen vital und kann dazu beitragen, dass die Larven weniger tief in die Rüben eindringen. Befallene Pflanzenreste sollten nach der Ernte nicht auf den Beeten liegen bleiben. Bei erkennbarem Befall ist es ratsam, die betroffenen Pflanzenteile zu entfernen und über die örtlich zulässige Entsorgung zu beseitigen.

Pflanzenschutzmittel sind keine einfache Lösung

Für den professionellen Gemüsebau wurden 2026 zeitlich befristete Bewilligungen für bestimmte Pflanzenschutzmittel erteilt. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Empfehlung für den Hausgarten ableiten. Die Zulassung ist abhängig von Kultur, Anwendungsbereich und Produkt und muss vor einer Anwendung überprüft werden.

Für private Gartenbesitzer stehen deshalb die frühzeitige Erkennung, Kulturschutznetze und eine gute Kulturführung im Vordergrund. Agroscope untersucht weitere Bekämpfungsstrategien, um den Schädling künftig besser kontrollieren zu können.

Auch im kommenden Frühjahr aufmerksam bleiben

Im November stehen keine unmittelbaren Bekämpfungsmassnahmen gegen die erwachsenen Käfer im Vordergrund. Wer in diesem Jahr verdächtige Schäden an Randen oder Mangold festgestellt hat, sollte sich den Rübenrüssler jedoch für die nächste Gartensaison merken. Ab Mai lohnt sich eine gezielte Kontrolle der Blattstiele und Mittelrippen.

Der Schädling zeigt, wie schnell sich wärmeliebende Insekten in neue Anbaugebiete ausbreiten können. Noch sind nicht alle Fragen zu seiner Biologie und wirksamen Gegenmassnahmen geklärt. Für Gartenbesitzer ist es deshalb sinnvoll, die Entwicklung zu verfolgen und vor allem auf vorbeugenden Pflanzenschutz zu setzen.

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